Die beiden Künstler Jan Albers und Jens Ullrich „kuratieren“
das Förderprojekt der Provinzial Rheinland Versicherungen im
Museum Morsbroich. Seit 2005 besteht die Partnerschaft mit der
Versicherungsgesellschaft (mit insgesamt zehn ausgewählten
Museen im Rheinland), innerhalb der verschiedene Ausstellungs-
und Förderprogramme entstehen.
Das Museum Morsbroich lädt gemeinsam mit der Provinzial für
Auswahl 8 nun erstmals Künstler dazu ein, die Sammlung des
Unternehmens zu sichten und aus dieser Werke für die
Ausstellung auszuwählen. Diese Zusammenstellung bildet unter
dem Titel Kollekte gemeinsam mit Arbeiten der Künstler und
einer Auswahl von Werken aus der Sammlung des Museum Morsbroich
eine eigenwillige Neuinszenierung kunstgeschichtlicher Bezüge
und Perspektiven. Die Ausstellung schließt historische
Positionen mit Arbeiten der Künstler kurz und schlägt aus
dieser ungewöhnlichen Verbindung neue Funken der Betrachtung.
Das so entstehende Netzwerk komplexer Bezüge und Verweise
schafft damit einen völlig neuen Blick auf künstlerische
Positionen und spielt mit traditionellen Kategorien und
Begrifflichkeiten unserer »klassischen“«
Betrachtungsweise.
Jan Albers (*1971) und Jens Ullrich (*1968) gehören zu einer
jungen, konzeptuell arbeitenden Künstlergeneration, die sich in
ihren Arbeiten immer wieder auf die Sprache der Moderne
beziehen, diese hinterfragen und in ihrer Ausdrucksdimension
ausloten. In einer Serie von Arbeiten sammelt Jens Ullrich
Pressefotos von politischen Demonstrationen auf der ganzen Welt
und verwendet diese als Ausgangsbasis für seine künstlerische
Intervention. So ersetzt er die Sprache auf den Transparenten
durch abstrakte, ornamentale schwarz-weiß Symbole. Die
scheinbar eindeutige Sprache der politischen Botschaften wird
dadurch zur Demonstration für die Autonomie mehrdeutiger
visueller Zeichen überführt – und damit in gewisser Weise auch
zur Demonstration für abstrakte Kunst. Jan Albers eignet sich
Elemente der Pop- und Alltagskultur sowie kunsthistorische
Inhalte an und übersetzt sie in abstrakte Strahlenbündel, die
bei genauerer Betrachtung zu Porträts werden. In weiteren
Werkserien verwendet der in Namibia aufgewachsene Künstler
bewusst Materialien, ‚Stoffe’, die bereits durch
gesellschaftspolitische oder (kunst)historische Belange
Aufladung erfahren haben. Diese „Formenzitate“ sind in Jan
Albers’ Arbeiten jedoch stets einem flexiblen Prozess der
Distanzierung, Verknüpfung und Neuinterpretation
unterworfen.
Subskriptionspreis bis 28. August 2008: 18,00 Euro
(sFr 33.00), ab 29. August 2009: 22,00 Euro
(sFr 39,00)