»Monika Brandmeier will in den Arbeiten nicht die Logik des
Betrachters ansprechen. Ihre Arbeiten sind keine objektiven
Konstruktionen, die mit dem rechnenden und berechnenden
Verstand erfasst werden. Vielmehr versucht sie auf sehr
behutsame, ja beinahe sanfte Weise das Auge so zu führen, dass
die Situation weniger intellektuell als körperlich wahrgenommen
werden kann. Sie entwickelt dabei einen völlig eigenständigen
Weg der Konstruktion, den sie Fügung nennt.«
(Dr. Tobias Hoffmann, Leiter des Museums für Konkrete Kunst,
Ingolstadt)
Mit dem pragmatischen Ausstellungs- und Buchtitel »Sachverhalt
« manifestiert sich zum einen Monika Brandmeiers künstlerisches
Interesse an der »Beziehungshaftigkeit« der Dinge, an ihren
Verhältnissen zueinander, an wechselseitigen Bezügen und
Verbindungen. Zum anderen darf man die gewählte Überschrift
durchaus als Einladung verstehen, sich Ihren Arbeiten
zuallererst mit sachlich nüchterner Aufmerksamkeit zu nähern.
So erschließen sich mit Werken wie der Fotoserie »Formatting
Blick« (2004) oder dem Video »Schlafen.stehen« (2003)
Vorgehens- und Sichtweise der Künstlerin. »Es geht vor allem um
Ecken, um Senkrechtes und Waagerechtes, um die Formulierung von
Leerräumen und eingefangenen Volumen und um die Tatsache, dass
der Blick keine Ecken hat, das Bild aber sehr wohl …«
Monika Brandmeier wurde 1959 im nordrhein-westfälischen Kamen
geboren und studierte an der Fachhochschule Dortmund, der
Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig
und der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2001 ist
Monika Brandmeier Professorin für Bildhauerei an der Hochschule
für Bildende Künste Dresden.